Elisabeth Holzer: „Die FPÖ wäre auf dem zweiten Platz – mit Sicherheit“

Von Jessica Braunegger und Raffael Reithofer

 

Außenstehende übersehen leicht, dass sich am Grazer Sitz von Österreichs größter Tageszeitung, dem „Krone-Center“ in der Münzgrabenstraße, auch die Steiermark-Redaktion des „Kurier“ befindet. Diese besteht aus der Steirerin Elisabeth Holzer. Seit 2013 ist die 41-Jährige alleinverantwortlich für die gesamte Steiermark-Berichterstattung der drittgrößten Kauf-Tageszeitung Österreichs. Langweilig wird ihr dabei nicht. In ihrer Redaktion nimmt die geschäftig wirkende Journalistin Platz und erzählt, wie sie das steirische Wahljahr 2015 erlebt hat.

 

Braunegger/Reithofer: Wer ist im Dreieck Wähler, Politik und Medien bei einer Wahl der wichtigste Player?

Holzer: (überlegt) Nachdem bei einer Wahl Politiker gewählt werden, wohl der Politiker.

Aber ist es nicht so, dass ohne Wählerschaft der Politiker nicht an die Macht kommen kann?

Schon, aber wen sollte der Wähler wählen, wenn nicht den Politiker, der zur Wahl steht?

(…)

Wie wichtig ist die Medienperformance für den Erfolg eines Politikers?

Sehr wichtig.

(…)

Waren Sie von der Vorverlegung der Landtagswahlen überrascht?

Nicht von der Vorverlegung per se, sondern von diesem frühestmöglichen Datum. Ich bin schon von einem Wahltermin vor dem Sommer ausgegangen, ich habe aber eher mit Ende Juni, maximal Anfang Juli gerechnet.

Haben Sie schon im Vorfeld davon gewusst?

(Überlegt) Das ist auch wieder so eine Geschichte. Als Schützenhöfer bekanntgegeben hat, dass er antritt, hat er angekündigt, er könnte sich einen Wahltermin vor dem Sommer vorstellen. In dem Moment war klar, es passiert vor dem Sommer. Das hat er natürlich vorher niemandem gesagt – also ich glaube nicht, dass es irgendwer vorher gewusst hat, weil das wäre über „Twitter“ oder über Online-Medien rausgegangen. Vom Datum habe ich dann, ich weiß nicht, eine halbe Stunde oder so vor der Pressekonferenz erfahren.

Wie hat sich die Vorverlegung auf den Redaktionsalltag ausgewirkt?

Auf meinen eigentlich gar nicht. Es war der Sommer dann angenehmer, weil der dann nicht mehr durch irgendwelche Wahlkampfveranstaltungen und Wahlkampf- und Politikerbegleitung unterbrochen war. Das habe ich auch vorhin gemeint: Wir waren alle ganz happy und glücklich, dass das vor dem Sommer war. Ich habe schon Wahlkämpfe mitgemacht, die sich eben bis in den September hineingezogen haben, und habe dann mitten im Hochsommer jedes Wochenende einen Politiker begleiten müssen. So gesehen, war das Arbeitsleben dann viel, viel einfacher, weil mit Mitte Juni dann klar war: Neue Landesregierung wird gewählt. Und dieser knappe zeitliche Abstand zwischen Gemeinderats- und Landtagswahlen war auch sehr hilfreich.

(…)

Wie wichtig war Ihr Medium im Rahmen der Gemeinde- und Landtagswahlen?

Wichtig. (abwartend) Na ja, schwer zu sagen. Wir sind kein steirisches Medium, also da kann ich mich jetzt leider nicht in Wichtigkeit messen. Das kann ich so nicht beantworten.

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