Max Lercher: „Was wir bei der nächsten Wahl besser machen können? Dramatisieren!“

Von Sarah Murlasits und Nora Partl

 

„Einen Moment Geduld noch“, begrüßt uns ein gestresster Max Lercher in der Parteizentrale, bevor er wieder zur laufenden Besprechung in sein Büro verschwindet. Beim Landesgeschäftsführer der SPÖ-Steiermark jagt derzeit ein Termin den nächsten – die Vorbereitungen für den Landesparteitag laufen auf Hochtouren. Zeit für Privates bleibt wenig, an der Leidenschaft für seinen Beruf ändert das jedoch nichts.

 

Murlasits/Partl: Aus wie vielen Personen bestand der inner circle der Kampagne?

Lercher: Das waren vier Personen.

Gab es unter den Wählern spezielle Zielgruppen?

Es gab sogenannte Potentialanalysen. Dadurch weiß man, wo das Potential an Wählerinnen und Wählern liegt. Zum Beispiel die Arbeiterinnen und die Arbeiter, die jungen Frauen, getrennt von den jungen Männern, die Leute unter 35, die Leute im Arbeitsleben. Auf dieser Basis haben wir verschiedene direct mailings durchgeführt, wir haben gezielte Durchrufaktionen gestartet und haben das regional heruntergebrochen. Das heißt, wir haben in unseren Broschüren versucht, einen regionalen Touch hineinzubringen. Wir haben in einem herkömmlichen Zielgruppenprozess für die jeweiligen Zielgruppen verschiedene Folder produziert. Darüber hinaus gibt es Erkenntnisse, wie man zum Beispiel sprachlich vorgeht, wieviel in einem Brief drinnen stehen darf, wieviel nicht. So haben wir das geclustert.

(…)

Wie verantwortlich fühlen Sie sich selbst für das Wahlergebnis?

Jeder trägt Mitverantwortung. Als Landesgeschäftsführer ist man für das Wahlergebnis im selben Maß verantwortlich wie der Spitzenkandidat und regionale Kandidatinnen und Kandidaten, die alle ihren Teil zum Ergebnis beitragen. Wir sind leider nicht so Erster geworden, wie wir das wollten. Das selbstgesteckte Ziel der 30 Prozent haben wir nicht erreicht.

(…)

Nach der Wahl ist vor der Wahl: Gibt es seit der Landtagswahl neue oder veränderte Kommunikationsformen?

Absolut. Wir setzen wieder viel mehr auf Inhalte. Wir gehen mit dem Newsletter „Wahrheit ist Pflicht“ viel stärker auf Inhalte ein. Wir besinnen uns in der Kommunikation mit Parteimitgliedern, Sympathisantinnen und potentiellen Wählerinnen und Wählern wieder sehr stark auf die Basics, um schon jetzt mit der Mobilisierung zu beginnen und den Takt langfristig vorzugeben. Der tatsächliche Release der Kommunikation innerhalb der Partei startet mit dem Landesparteitag am 23. Jänner. Bei uns ist alles neu, wir haben ja auch in der Landesregierung einen personellen Totalumbau.

(…)

Sie Pinocchio wären, wie lange wäre Ihre Nase?

Wahrscheinlich kleiner als jetzt (lacht). Ich bin ein sehr direkter Mensch, ich sage jedem das ins Gesicht, was ich mir denke. Das hab ich in der Politik auch immer so gehalten. Das brauche ich, um mit mir selbst leben zu können, weil ich sehr emotional bin.

Morgen:

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